Kabul, City in the Wind

Ein Dokumentarfilm von Aboozar Amini

„Ihre [Busfahrer Abas und der zwölfjährige Afshin] Geschichten sind Noten in einer Sinfonie über den Alltag in der staubigen Stadt Kabul, zu dem mehr gehört als die ständige Bedrohung durch Selbstmordattentate, die es bis in die westlichen Nachrichten schaffen.“

- INDIEKINO BERLIN

„Kinder, die Krieg spielen; Generationen, die nichts anderes erlebt haben. Bei dieser internationalen Produktion geht es längst nicht mehr um ein Spiel, sondern um Leben und Tod.“

- ZDF heute JOURNAL

Die Geschichte

Afshin, so erklärt es ihm sein Vater, ist jetzt der Mann im Haus.

Der Vater, ein Ex-Soldat, muss das Land aus Sicherheitsgründen verlassen. Seine Kaserne wurde zum Ziel der Taliban; kaum einer überlebte den Anschlag.

Der Teenager Afshin trägt nun die Verantwortung für das immer wieder undichte Hausdach, er muss die Einkäufe erledigen und den vertrockneten Baum wässern. Auf seinen kleinen Bruder Benjamin soll er auch Acht geben.

Über all dem hängt tief und malerisch der staubige Himmel Kabuls.
Selbstmordanschläge sind Alltag.
Abas, der Busfahrer, ringt mit seiner Schuldenlast und flieht in den Drogenrausch.

In seinem Debütfilm komponiert Aboozar Amini sensibel beobachtete Situationen und ebenso ästhetische wie schmerzhafte Impressionen aus dem afghanischen Alltag zu einer filmischen Sinfonie.

Kinoempfehlung der Evangelischen Filmjury

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Buch und Regie: Aboozar Amini
Kamera: Aboozar Amini
Montage: Barbara Hin
Ton: Shahrokh Bikaran
Sounddesign: Jeroen Goeijers
Produzent: Jia Zhao
Coproduzenten: Ken-ichi Imamura, Eva Blondiau, Sarah Hilmandi
Produktion: Silk Road Film Salon, Color of May
Förderung: Filmstiftung  NRW
Verleihförderung Hessenfilm und Medien

PROTAGONISTEN

Brüder: Afshin (12) und Benjamin (6) Abas (45) Busfahrer

Titel: Kabul, City in the Wind
Land/Jahr: Niederlande / 2018
Drehort: Afghanistan
Laufzeit: 88 Min.
Vorführformat: DCP ( andere auf Anfrage)
Aspect Ratio: 1.85:1
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Farsi
Sprachfassung: OmU/ deutsche UTs
FSK: 12
Kinostart: 19.11.2020

 

 

Biografie Aboozar Amini

Aboozar Amini (1985, Bamiyan, Afghanistan) migrierte als Teenager in die Niederlande. Nach der High School absolvierte er seinen Bachelor an der Rietveld Art Academy in Amsterdam.

Sein Abschlussfilm KabulTehranKabul (2010) hat den angesehenen Wildcard Award des Dutch Film Fund gewonnen. Er machte seinen MA im Fach Regie und ästhetischer Kinosprache an der London Film School, wo er 12 Kurzfilme drehte.

Sein Abschlussfilm LFS Angelus Novus (2015) ist inspiriert von den Gemälden von Paul Klee. Der Film feierte auf dem IFFR (Rotterdam) Premiere und gewann zahlreiche Awards. Sein Film Where is Kurdistan (2016) wurde auf dem IFFR gezeigt. Sein neuester Kurzfilm hatte seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm der Directors` Fortnight des Cannes International Film Festival 2018 gezeigt werden.

Aboozar lebt und arbeitet in Kabul, Afghanistan, und Amsterdam, in den Niederlanden.
Derzeit entwickelt er seinen ersten Spielfilm, The Cineaste, der für Open Doors in Locarno und den Film-Bazaar in Goa ausgewählt wurde.

REGIE STATEMENT Aboozar Amini

Als ich ein kleiner Junge war, hatte mein Onkel einen Bus. Mein größtes Vergnügen war es, einmal mit ihm von Barchi (West Kabul) zum Pamir Kino zu fahren. Die Gesichtsausdrücke der Menschen wurden finsterer. Auch das Lächeln meines Onkels verschwand. Der Bus hatte jeden Tag neue Einschusslöcher. Ich floh aus Afghanistan und immigrierte in die Niederlande als Teenager. Die Bustour mit meinem Onkel blieb seither die schönste Erinnerung meiner Kindheit.  2009 kehrte ich nach Afghanistan zurück. Als Fremder. Komplett entkoppelt von dieser chaotischen Stadt.

Kabul befindet sich in einem unaufhaltsamen Höhepunkt der Bombenangriffe, in dem Drogen den Menschen die einzige Flucht vor den endlosen Kriegen und der unbekannten Zukunft bieten. Seit die westlichen Mächte 2001 in Afghanistan einmarschierten, haben Filme, die von NGOs in Auftrag gegeben wurden, ein Stereotyp Afghanistans geschaffen, das weit von seinem wahren Gesicht entfernt ist. Zurück in Kabul, nachdem ich 20 Jahre im Westen gelebt habe, stelle ich fest, dass viele unlösbare Konflikte dort von der Mentalität der afghanischen Gesellschaft selbst herrühren. In diesem Film zeige ich keine schockierenden Ereignisse, sondern präsentiere bedeutungsvolle Details des Lebens, dessen Schmerzen durch Bomben und Opium gedämpft werden. Afshin (12) ist dazu verdammt, in dieser kaputten Stadt geboren zu werden, wie Edmund im Film Germany, Year Zero (1948). Er hat keine Ahnung, was los ist, während Gewalt Teil seiner Unschuld wird.

Was mich vor 20 Jahren dazu gebracht hat, Kabul zu entkommen, ist das, womit sich Afshin heute noch befassen muss!

2020   Filmpreis Globale Perspektiven- Gewinner:
„Kabul, City in the Wind“ lenkt unseren Blick in besonderer Weise auf die Menschen in einer Stadt, die historisch durch Krieg und Gewalt geprägt ist. Er lässt den Menschen ihre Menschlichkeit und zeigt sie jenseits von dokumentarischer Nachrichtenästhetik mit all ihren Wünschen und Träumen, in ihren Familien und sozialen Beziehungen, mit ihren Stärken und Schwächen. In seiner poetischen Gestaltung weist der Film über sein Thema und seine Figuren hinaus. So gelingt es dem Filmemacher Aboozar Amini mit seinen vermeintlich kleinen, regionalen, menschlichen Geschichten die Stadt Kabul zu einem Symbol dafür zu machen, was Leben, so nahe an Krieg und gewaltsamen Auseinandersetzungen, bedeutet. 

2019   Visions du Réel, Nyon
2018   Special Jury Award – IDFA Amsterdam
CPH:DOX Kopenhagen – NEXT:WAVE Gewinner
Middle East Now Film Festival in Florence – Eröffnungsfilm
DOCVILLE – internationaler Wettbewerb
34. DOK.fest München – internationaler Wettbewerb

IDFA-Jury

„Furchtlos und immer auf der Suche nach Passagieren steuert Abas seinen klapprigen Bus durch das Chaos von Kabul, das immer noch regelmäßig Ziel von Terroranschlägen ist. An anderer Stelle in der düsteren Stadt, die permanent in eine Staubwolke gehüllt zu sein scheint, begleiten der junge Teenager Afshin und sein kleiner Bruder Benjamin ihren Vater, einen ehemaligen Soldaten, zu einem Denkmal mit Porträts von Bombenopfern. Als ihr Vater aus Gründen der persönlichen Sicherheit in den Iran abreist, wird Afshin plötzlich Haushaltsvorstand. In seinem ersten Dokumentarfilm in voller Länge folgt Aboozar Amini locker den Geschichten des Busfahrers und der beiden Brüder. Zu Hause bei seinen Kindern freut sich Abas, aber das Glück ist knapp. Sein Bus bricht zusammen und die Gläubiger jagen ihn um Geld. Um seine Probleme zu vergessen, singt er ein Lied und raucht Haschisch. Afshin und Benjamin tun ihr Bestes, um ihren Vater nicht zu enttäuschen und ihre Hausarbeit sehr ernst zu nehmen. Unter diesen Eindrücken des Lebens in Kabul lässt Amini seine Protagonisten direkt mit der Kamera über ihre Sorgen und Träume sprechen – der afghanische Albtraum ist nie weit weg.“

Winner of Next Wave at CPH:DOX

Unser Hauptpreis geht an einen Film, der uns ins Herz einer verletzten Stadt führte, die wir noch nie so erlebt haben. Ein beeindruckender, künstlerischer und atemberaubender Dokumentarfilm, der über Krieg und Tod hinausgeht und ein tiefes, verheerendes und tief bewegendes Porträt von Leben und Charakteren darstellt, das Sie nicht vergessen werden. Dies ist nur das Debüt des Regisseurs, aber es zeigt einen unglaublichen Sinn für künstlerischen Ehrgeiz und einen brillanten, kühnen Einsatz von Kinematographie, Schnitt und Ton. Ein wunderbarer Film, der zeigt, dass die Hoffnung überleben wird. Der Preis für den besten Film in der Kategorie NEXT: WAVE geht an KABUL, CITY IN THE WIND.

Vision du Reel, Giona A. Nazzaro

 „Gewalt ist zu einem «normalen» Element im Leben des 12-jährigen Afshin und seines Bruders Benjamin geworden. Sie leben mit ihrer Familie am Hang der Berge. Aufgewachsen zwischen Bomben und Gewehren, der lokale Friedhof wurde zu ihrem Spielplatz. Als ihr Vater die Familie verlässt, steht Afshin vor der Herausforderung, erwachsen zu werden. Aboozar Amini hat lange und hart an seinem Film gearbeitet und unglaubliche Herausforderungen und Widrigkeiten überwunden, die weniger grosse Filmemacher gezwungen hätten, aufzugeben. Amini hielt stattdessen an seinem Traum fest und arbeitete unerschütterlich an dem, was viele im Voraus als Niederlage werteten und schaffte es, eine komplexe Realität in Bilder zu fassen, die nie zuvor vergleichbar präzise und beeindruckend im Kino zu sehen war. Kabul, eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten nur mit Krieg und Tod verbunden war, erhält durch die Frauen und Männer, die sich unablässig für eine bessere Zukunft einsetzen, seine Würde zurück. Ein nuancenreicher Film, Liebeslied für eine Stadt und ein vom Krieg zerrissenes Land. Kabul, City in the Wind ist einer der beeindruckendsten Dokumentarfilme der letzten Jahre und Aboozar Amini ein Regisseur, den man nicht aus den Augen lassen sollte.

HEUTE JOURNAL „Kinder, die Krieg spielen; Generationen, die nichts anderes erlebt haben. Bei dieser internationalen Produktion geht es längst nicht mehr um ein Spiel, sondern um Leben und Tod. 

ARD TTT „Es gibt keine Bilder von Gewalt, Anschlägen, Explosionen zu sehen. Und trotzdem ist die Bedrohung, mit der die Menschen hier leben, in jedem Bild spürbar. […] Dass die Zukunft Afghanistans eine sehr dunkle sein wird, macht Aboozar Aminis Film auf eine sehr poetische Weise deutlich“

DEUTSCHLANDFUNK KULTUR „Alles, was in den letzten 20 Jahren erreicht wurde, sagt Regisseur Aboozar Amini, ist dahin – die neuen Farben verblassten wieder im Dunkel: „All the colours that we have made, we have found and we have collected for Afghanistan in the past 20 years has been faded into darkness and black.“

epdFilm / FILM DES JAHRES 2021 „Regisseur Aboozar Amini (..), ist ein eindrucksvoller Dokumentarfilm gelungen. Mit seinen losen Erzählsträngen wirkt der Film wie eine Collage. Dicht bleibt er an den Menschen, die er porträtiert.“
„Die sorgfältig komponierten Bilder entfalten [bei aller Trostlosigkeit der Lebensverhältnisse] eine poetische Kraft; sie prägen sich ebenso tief ein wie die Blicke der Kinder, die sich unmittelbar auf den Betrachter richten.“

PROGRAMMKINO.DE „Dass er (Aboozar Amini) kein Fremder in Kabul ist, merkt man seinem Film in jedem Moment an, es ist eine der großen Stärken eines Films, der im besten Sinne dokumentarisch ist, der beobachtet und zeigt, nicht vereinfacht und erklärt.“

TAGESSPIEGEL „Die Bedrohung ist allgegenwärtig in Aboozar Aminis Dokumentarfilm KABUL, CITY IN THE WIND, auch wenn keine Gewalt zu sehen ist.“

AMNESTY JOURNAL „Die Lebensbedingungen im afghanischen Dauerkriegszustand nimmt Regisseur Aboozar Amini unter die Lupe. Amini, der als Teenager aus Afghanistan floh und in den Niederlanden studiert hat, reiht für seinen Debütfilm paradigmatische Situationen und traumhafte Sequenzen eines politischen Desasters aneinander.“

INDIEKINO BERLIN „Ihre [Busfahrer Abas und der zwölfjährige Afshin] Geschichten sind Noten in einer Sinfonie über den Alltag in der staubigen Stadt Kabul, zu dem mehr gehört als die ständige Bedrohung durch Selbstmordattentate, die es bis in die westlichen Nachrichten schaffen.“

CINEMA „In staubigen, standgelben Bildern, in denen die Trockenheit Kabuls spürbar wird, schildert der Dokumentarfilm von Regiedebütant Aboozar Amini zwei intime Lebensgeschichten.“4 von 5 Punkte

HOLLYWOOD REPORTER „Dieses nachhallende Werk fängt das schwer fassbare Gefühl der Stadt durch die Interaktion von realen Menschen und einer unwirklichen Landschaft, die im wehenden Staub erscheint und verschwindet, besser ein als andere vor ihm – Amini selbst drehte die ausdrucksstarken Bilder, die für die emotionale Wirkung des Films von zentraler Bedeutung sind.

VARIETY „Der Schatten des Todes hängt schwer über Aboozar Aminis Spielfilmdebüt „Kabul, Stadt im Wind“, und doch ist es paradoxerweise ein Film, der das Leben feiert und die Geburt eines bedeutenden neuen Talents markiert.

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Alltag in Afghanistan. Afshin, ein Jugendlicher muss sich um alles kümmern, nachdem sein Vater, ein Ex-Soldat, das Land aus Sicherheitsgründen verlassen musste. Der Teenager trägt nun die ganze Verantwortung, auch für seinen kleinen Bruder.
Über all dem hängt tief und malerisch der staubige Himmel Kabuls. Selbstmordanschläge sind Alltag.

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