Yves' Versprechen

Dokumentarfilm von Melanie Gärtner

Seit Januar im Kino

All diese intimen, genauen Beobachtungen sind eine weitere, große Stärke des Films.

- Björn Schneider, Filmkritiker von Programmkino – Kinomagazin des deutschen Arthouse- und Programmkinos.

Der Film zeigt, dass es kein einzelnes Flüchtlingsschicksal gibt, sondern dass immer noch andere daran hängen, Menschen, die hoffen und bangen und lieben und fordern. Das ist der zutiefst humane Grundzug dieses Films

- Vier von fünf Sternen bei EPD-Film

"Ein intensiver Einblick in die komplexe Realität der Migration, der deutlich macht, dass die Antworten der Festung Europa – abschotten, abschieben, auslagern – viel zu schlicht sind."

- Dr. Ramona Lenz, medico international e.V.

Endlich wirft jemand einen anderen Blick auf ein Thema, das in den Medien so allgegenwärtig ist, wie Migration nach Europa. Melanies Neugier und ihre sehr persönliche Art, Geschichten zu erzählen, haben daraus einen bemerkenswerten Film gemacht.

- Raul Nino Zambrano, International Documentary Festival Amsterdam 2017

Die Geschichte

Yves sitzt in Spanien fest. Es geht weder vorwärts noch rückwärts. Vor acht Jahren ist er in Kamerun aufgebrochen, um in Europa ein neues Leben zu beginnen. Seitdem hat die Familie nichts von ihm gehört. Die Filmemacherin Melanie Gärtner nimmt Videobotschaften von Yves auf, reist damit nach Kamerun und trifft dort seine Familie: Seine Schwester Annie hat die Rolleder Mutter übernommen und hält die Familie zusammen, der Vater ist krank und brauch tdringend Medikamente, der jüngere Bruder übernimmt keine Verantwortung für sein Leben und wartet darauf, dass Yves seine Probleme löst. Doch bei all der Erleichterung über das Lebenszeichen von Yves werden Erwartungen artikuliert, schließlich hat Yves es ins gelobte  Europa geschafft. Die Familienmitglieder nehmen nun ihrerseits Videobriefe für Yves auf. In denAugen seiner Familie kann nur er ihr Leben zum Besseren wenden. Er darf nicht scheitern, sonst ist seine Rückkehr ausgeschlossen.

Yves’ Versprechen– 79 min – 2017 – Dokumentarfilm über die Unmöglichkeit des Zurückkehrens (Buch, Regie), gefördert von der Hessischen Filmförderung, Brot für die Welt – First Appearance Competition IDFA 2017, Amsterdam, YARHA Festival, Kamerun 2018

Cast & Crew:
Regie: Melanie Gärtner
Kamera: Pola Sell, Melanie Gärtner​
Schnitt: Christine Niehoff, Mirja Gerle
Musik: Ludwig Kuckartz, Siriki Coulibaly
Ton: Roger Mboupda, Romeo Zaf
Produzenten: Sebastian Popp, Robert Malzahn
Produktion: Stoked Film in Kooperation mit m-eilenweit
Förderer: HessenFilm und Medien, Brot für die Welt
Verleih: jip film & verleih Weltvertrieb: Deckert Distribution

16.06.2019     Kassel   365 Tage Dokumentarfilm  Kasseler Dokfest
12.08. 2019    Herrenberg  Montagskino im Mauerwerk
17.09.2019    Gelnhausen Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019  Kino Gelnhausen
23.09.2019    Pfungstadt: Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019   Saalbau-Kino Pfungstadt
24.09.2019    Heidelberg  Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019 Karlstorkino
25.09.2019    Regensburg  Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019 Filmgalerie – Kino im Leeren Beutel
26.09. 2019   Wiesbaden  Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019  Murnau-Filmtheater
27.09. 2019   Leipzig  Film & Filmgespräch Interkulturelle Woche 2019 Luru Kino in der Spinnerei
05.11.2019    Weinstadt  Globaler Herbst Film & Filmgespräch Kommunales Kino Weinstadt

Weitere Kinotermine kommen bald!

 

Filmfestival IDFA 2017, First Appearence :
«Endlich wirft jemand einen anderen Blick auf ein Thema, das in den Medien so allgegenwärtig ist, wie Migration nach Europa. Melanies Neugier und ihre sehr persönliche Art, Geschichten zu erzählen, haben daraus einen bemerkenswerten Film gemacht.»

Raul Nino Zambrano, International Documentary Festival Amsterdam 2017:
«Ein intensiver Einblick in die komplexe Realität der Migration, der deutlich macht, dass die Antworten der Festung Europa – abschotten, abschieben, auslagern – viel zu schlicht sind.»

Dr. Ramona Lenz, medico international e.V. :«Der Film zeigt, dass es kein einzelnes Flüchtlingsschicksal gibt, sondern dass immer noch andere daran hängen, Menschen, die hoffen und bangen und lieben und fordern. Das ist der zutiefst humane Grundzug dieses Films»
Zur Filmkritik: YVES‘ VERSPRECHEN

Björn Schneider, Filmkritiker von Programmkino – Kinomagazin des deutschen Arthouse- und Programmkinos:
«All diese intimen, genauen Beobachtungen sind eine weitere, große Stärke des Films.»
Z
ur Filmkritik: programmkino.de/Yves’Versprechen

Elisa Rheinheimer-Chabbi, EFO Magazin:
«Da scheinen universelle Themen wie Hoffnung, Verantwortung und Scheitern durch…»

Der Ansturm auf den Zaun zu Ceuta
Anfang des Jahres 2014 kam es an den Grenzen von Ceuta und Melilla zu den größten Massenanstürmen der Geschichte der spanischen Exklaven. Am Morgen des 6. Februar versuchten rund 600 afrikanische Migranten zeitgleich, den Zaun zu Ceuta zu überwinden. Einige flohen vor den marokkanischen Sicherheitskräften ins Meer, um den ins Wasser ragenden Grenzzaun zu umschwimmen. Durch den Beschuss der spanischen Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen ertranken mindestens 14 Migranten im Meer – unter ihnen einer von Yves’ Weggefährten. Der Tod dieser Menschen und das Vorgehen der spanischen Sicherheitskräfte rief international Kritik hervor. Nur wenige Wochen später, in der Nacht zum 4. März, kam es zum zweiten Ansturm auf den Zaun zu Ceuta. Dieses Mal waren es 1200 afrikanische Migranten, Männer wie Frauen, die auf den Grenzzaun zustürmten. Unter ihnen war Yves. Er schaffte es bis nach Ceuta, wurde aber von der spanischen Polizei aufgegriffen und nach Marokko zurückgebracht. Die Soldaten dort gingen mit Schlagstöcken auf die Migranten los. Yves trug dabei eine Verletzung am Fuß davon.
Aufstände in Kamerun 
Im Februar 2008 kam es in vielen großen Städten Kameruns zu landesweiten Demonstrationen. Die Gewerkschaften hatten aufgrund einer Erhöhung des Benzinpreises zum Ausstand aufgerufen. Genährt von der Angst eines Anstiegs der Lebensmittelpreise und von der tiefsitzenden Frustration und Unzufriedenheit mit der Regierung eskalierten die Veranstaltungen. Viele junge Leute nutzten die Demonstrationen als Ventil und zogen randalierend durch die Städte. Die Opposition nutze die Ausschreitungen für ihre öffentliche Kritik an der Regierung. Diese reagierte auf die Ausschreitungen mit einem riesigen Militäraufgebot, das die Aufstände gewaltsam niederschlug. Viele Demonstranten wurden mit dem Vorwurf oppositionellen Engagements hinter Gitter gebracht.
Marokko und die Migranten
Im Juni 2013 unterzeichnete Marokko im Rahmen der Externalisierungsstrategie der europäischen Migrations- und Asylpolitik ein Abkommen zur Mobilitätspartnerschaft mit der EU. Wie viele andere Anrainerstaaten am Mittelmeer soll auch Marokko durch europäische Investitionen in die lokale Infrastruktur befähigt werden, den Zustrom irregulärer Migranten nach Europa zu verhindern. Marokko wurde damit vom Transit- zum langfristigen Aufenthaltsland der Migranten. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Human Rights Watch haben immer wieder auf die katastrophalen ​Zustände und die exzessive Gewalt hingewiesen, denen die Migranten in den Waldlagern und von Seiten der marokkanischen Soldaten ausgesetzt sind. Als 2013 sogar das marokkanische Komitee für Menschenrechte den Umgang mit Migranten in Marokko kritisierte, sprach sich sogar König Mohammed VI für humanere Lebensbedingungen für Migranten und Flüchtlinge aus. Seit Januar 2014 dürfen Migranten nun einen legalen Aufenthaltsstatus in Marokko beantragen. Die Bedingungen dafür sind allerdings so streng, dass nur wenige Migranten sie erfüllen können. Autorin: Melanie Gärtner

Empfehlung für den Unterricht:
Altersempfehlung: ab 10. Klasse (Alter 14 Jahre)
Unterrichtsfächer: Gesellschaftskunde, Sozialkunde, Französisch, Politik
Themen / Tags: Afrika, Kamerun, Deutschland, Europa, Migration, Flucht, Asyl, Familie, Familiengeschichte, Entwicklungspolitik, Europa, Werte, Tradition, Zukunft, Gesellschaft, Grenzen, Integration, Flüchtlinge, Menschenrechte
Kontakt:
Bei Interesse an einer Schulkinoveranstaltung können Sie sich entweder direkt an ein Kino in ihrer Nähe wenden oder Sie schreiben uns eine Email: info@jip-film.com oder rufen an: 069- 805 322 73
In Kürze finden Sie das Pädagogische Begleitmaterial hier zum Download.

Regiekommentar Melanie Gärtner 2010 lernte ich in der spanischen Enklave Ceuta in Marokko – einer der zwei Orte mit Europäischen Außengrenzen in Afrika – Yves aus Kamerun kennen und begleitete ihn in den folgenden Jahren bei seinen Versuchen nach Spanien zu kommen. Ich erlebte die Brutalität der marokkanischen Polizei, erhielt nächtliche Anrufe aus den Booten auf See, lernte Menschen kennen, die ein paar Tage später nicht mehr am Leben waren. Yves kannte die Umstände in Marokko genauso wie seine schlechten Chancen, in Europa Fuß zu fassen. Und dennoch schien all dies besser zu sein, als in Kamerun einen Neubeginn zu wagen. Warum? Um das herauszufinden, flog ich 2014 nach Kamerun. Dort lernte ich Yves’ Familie kennen. In der Rolle der Botin pendelte ich nun zwischen den Welten der hoffnungsvollen Familie in Kamerun und Yves.

Regisseurin Melanie Gärtner Melanie Gärtner studierte Ethnologie und Literatur in Frankfurt und später Journalismus in Berlin. Sie hospitierte bei diversen Filmproduktionen und Redaktionen in Print, Hörfunk und Fernsehen (u. a. SWR, Deutsche Welle, HR) und nahm an zahlreichen Weiterbildungen wie ZDF medienakademie, IDFAcademy, Drehbuchcamp sowie an der Masterschool Dokumentarfilm teil. Sie ist als Regisseurin und freie Autorin für Text und Film tätig. Auf die Geschichten rund um Flucht und Migration stieß sie bei ihren Reisen durch Westafrika und den Maghreb. Ihr Regiedebüt feierte sie mit dem mittellangen Dokumentarfilm «Im Land Dazwischen» (2012) über die Situation in der spanischen Exklave Ceuta. Über die Hintergründe von Flucht und Migration erschien 2015 ihr Reportage-Band «Grenzen am Horizont» beim Verlag Brandes & Apsel. Der abendfüllende Dokumentarfilm «Yves’ Versprechen» (2017) eröffnet nun eine weitere, ganz eigene Perspektive, was es für einen Menschen bedeutet, die Heimat und seine Familie zu verlassen.   Filmografie Melanie Gärtner 2017 – Yves‘ Versprechen, Dokumentarfilm, 2016 – Malaysia for me is, Webdoku 2015 – Just Another Chinese Guy, Webdoku,  2013 – Die Ufer von Souban (Regie), 2012 – Im Land Dazwischen, Dokumentarfilm

Filmdaten: Filmtitel / Gattung: Yves’ Versprechen / Dokumentarfilm Produktionsland / Jahr: Deutschland / 2017 Länge / Bildformat / Ton: 79 min / 16:9 / Dolby Digital Sprachfassung: Französisch (Original mit deutschen Untertiteln) Vorführformat: DCP FSK: 6

Yves Matou, 32 Jahre, aus Douala, Kamerun, lebt in Europa , Sylvain Nguepnang, 32 Jahre, Frisör in Douala, Kamerun, Yves’ bester Freund , Annie Matou, 42 Jahre, Hausfrau und Mutter, Yves’ große Schwester, Kankoumoto Matou, 65 Jahre, Yves’ Vater., Christian, 26 Jahre, Yves’ kleiner Bruder. .

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